Fröhliche Weihnachten

Standard

wünschen wir allen. Ein bisschen spät sind wir dran, aber dieses Jahr ist doch auch alles ganz neu und aufregend und anders. Ben ist dabei und diesmal nicht mehr nur im Bauch. Und deshalb sind erstmals alle zu uns gekommen und das war wirklich neu und aufregend und anders. Mit Baby ist das Leben aber auch einfach so viel schöner.

Advertisements

Technik Baby!

Standard

Zum Ausklang dieser aufregenden Woche muss ich noch kurz über die Abhängigkeit des Menschen vom technischen Gerät sinnieren. Gerade lese ich die erschreckende Statusmeldung eines Facebook-Freundes, der ohne Handy das Haus verlassen hat. Aber das Thema begleitet mich auch schon die ganze Woche.

Zunächst bekam ich mein Navi nicht an, als ich meine Freundin Steffi in ihrer neuen Wohnung besuchen wollte. Der versagenden Technik trotzend trat ich wagemutig den Weg an, ohne mich vom Navi leiten zu lassen. Ich fuhr meiner Intuition aufmerksam folgend in Richtung Düsseldorfer Norden. Dabei fühlte ich mich in alte Zeiten zurück versetzt, da man auf dem Beifahrersitz, wo es heute aus dem Maxi Cosi quäkt, noch unhandliche Stadtpläne ausbreitete, und hielt schließlich einfach mal da, wo ich in etwa ihre Wohnung vermutete. Nun bin ich über mich selbst erschrocken, muss ich doch rückblickend feststellen, dass ich gar nicht aus dem Fenster schaute, um herauszufinden, ob ich dem Ziel nahe war, sondern in meine Google Maps App. Ich!, die ich ja wirklich nicht besonders behänd mit dem Smartphone umgehe. Ich meine, wenn ich schon nicht mehr anhand von Straßenschildern meinen Standort ermittle, wie geht es dann erst dem technisch versierteren Rest der Bevölkerung?

Und dann habe ich diese Woche meinen 4,5 Monate alten Sohn dabei erwischt, wie er sein Zauberlicht Mobile selbst betätigt. Er biegt sich fast durch und muss die Arme sehr weit ausstrecken, um die Taste zu erpatschen. Die Koordination der Hände ist ja gerade noch ganz neu für ihn. Die Arme zur Umarmung ausstrecken, das liegt noch in weiter Ferne; das Batterie betriebene Plastik-Kitsch-Gerät in Gang bringen, kein Problem.

Was wird das nur für eine Generation sein, zu der Ben und seine Freunde gehören? Lohnt es sich für sie überhaupt noch, sprechen zu lernen, oder sollten wir ihnen doch lieber gleich ein Smartphone mit WhatsApp in den Maxi Cosi legen?


Markenkooperation mit Tücken

Standard

Ich muss gestehen, die Firma Hipp ist mir bislang ausgesprochen sympathisch. Alles so schön Bio und die ganze Familie bemüht sich um das Wohl unserer Babys: Vater Claus und Sohn Stefan stehen im Feld und ernten die Beikost, während Tochter Nicola Solms – selbst dreifache Mutter – mir regelmäßig nette Mails mit Ernährungstipps schickt.

Außerdem habe ich kürzlich eine Schlecker-Spendenaktion begleitet und feststellen dürfen, dass Dr. Claus Hipp auch noch Schirmherr der Münchner Tafel ist. So ein engagierter Unternehmer. Bei mir also bislang nur Sympathiepunkte für Hipp.

Und da ich noch nicht zufüttere, wollte ich doch zumindest den Hipp-Sparbuch-Gutschein in Höhe von immerhin 20 Euro einlösen. Bei – so sieht es die Kooperation nunmal vor – der Commerzbank. Ok, ich hatte vor Jahren schon meine Erfahrungen mit der Commerzbank gemacht. Das war allerdings noch in Köln. Optimistisch hoffte ich also in Düsseldorf auf mehr Kompetenz seitens der aktuell ja ohnehin allseits verhassten Bänker.

Und so steuerten wir auf unserem heutigen Mittagspaziergang die nächstgrößere Commerzbank-Filiale an. Keine Tür, die sich automatisch öffnet, wie wir Kinderwagenschieber es von anderen Geschäften gewohnt sind. Egal, daran sollten Bens Finanzen nicht scheitern. Doch die Bank schien wie ausgestorben.

Schließlich schlurfte eine Mittfünfzigerin mürrisch heran. Ob sie mir weiterhelfen könne, sie habe aber eigentlich gar keine Zeit, begrüßte sie mich in einem Ton als sei ich gerade in ihr Schlafzimmer geplatzt. Ich erklärte, dass ich gerne ein Hipp-Sparbuch für meinen Sohn eröffnen wolle. „Ohne Vater?!? Oder hat der keinen Vater!?“ Oha. Jetzt schien sie so langsam wütend zu werden. Ich bemühte mich zu erklären, dass er sehr wohl einen Vater habe, der aber zu den Öffnungszeiten dieser Bank

Mo: 09:00-13:00 & 14:00-16:00
Di: 09:00-13:00 & 14:00-18:00
Mi: 09:00-13:00 & 14:00-16:00
Do: 09:00-13:00 & 14:00-18:00
Fr: 09:00-14:00
Sa-So: geschlossen

– wie vermutlich die allermeisten Väter – arbeiten müsse. Ob es vielleicht möglich sei, ihm ein Formular zur Unterschrift mitzunehmen, wagte ich dennoch zu fragen. „Nein! Er muss hier unterschreiben“, raunzte sie mich hustend an. „Es gibt also keine Möglichkeit für mich ein Sparbuch für meinen Sohn bei der Commerzbank zu eröffnen?“ fragte ich abschließend, während ich den Kinderwagen aus der Hustenvirengefahrenzone zu drehen versuchte. „Nein, nur wenn Sie alleinerziehend sind!“

Keine Sorge, Schatz, so wichtig ist mir das Hipp-Sparbuch nun auch wieder nicht :-*

Ich bin hier, um dich zu massieren

Standard

Es weint, es schreit, es plärrt, es brüllt, es schimpft, es lässt sich nicht beruhigen. Ich trage es durch die Gegend, ich wiege es, ich reiche ihm den Schnuller, den Beißring, das Bärchen, die Ente, die Greifarmgiraffe, das Schnuffeltuchschaf, den Tiger, das Spucktuch, die Maus, die Fortuna-Kette. Es nützt alles nicht. Es schreit und schreit und schreit. Als letzte Option lege ich mein Baby auf den Wickeltisch und stimme ein verzweifeltes „Ich bin hier, um dich zu massieren“ an. (Mal sehen, ob ich dieses unsägliche Video noch finde.) Gott sei es gedankt bin ich Absolventin eines umfangreichen Baby-Massage-Kurses.

Und siehe da. Nach wenigen Berührungen fängt mein Tränen überströmter Sohn doch tatsächlich an zu lachen. Er giggelt, er strahlt, er juchzt, er kichert. So und nicht anders hat es sich gerade zugetragen. Die traditionelle indische Baby-Masssage hat heute einen Nervenzusammenbruch meinerseits vereiteln können.

Aber das ist nicht das einzige was ich an der Massage aus dem Land, in dem mein Vater geboren ist, so schätze. Baby-Massage, so heißt es, bringt Eltern und Kind enger zusammen. Das Baby spürt die zärtliche Zuwendung, die es glücklich stimmt. Und auch sein Organismus wird – wie wissenschaftliche Studien belegen – positiv beeinflusst. Babys schlafen besser nach einer Massage. Herz, Kreislauf, Durchblutung und Verdauung werden stimuliert. Oh ja, Verdauung. Bis zu 5 Moltontücher hat Ben pro Kursstunde eingefärbt. Und angeblich werden auch vermehrt Wachstumshormone ausgeschüttet. Im Übrigen soll die Haut das wichtigste Sinnesorgan der Babys sein. Über sie nehmen sie die meisten äußeren Einflüsse wahr. Bis vor Kurzem schwappte ja noch das Fruchtwasser ständig an die Haut und stimulierte das Ungeborene. Frisch auf der Welt fehlt ihm das und muss mit Streicheln kompensiert werden, damit es sich geborgen fühlt.

Auf jeden Fall hat das Schreien vorerst ein Ende. Ben schläft. Mama atmet auf. Massage sei Dank.

4 Monate Liebe

Standard

Hui. Heute ist er schon 4 Monate alt. Ich liebe mein Baby. Und Ben liebt: Den DJ, Autofahren, Patschepatsche auf sein dickes Knie, Prusten auf den Bauch und am Hals, Fliegen auf den Knien, das Zauberlicht-Mobile, in die Luft geworfen werden, Baden mit Papa, Hoppe Hoppe Reiter, Baby-Yoga, Baby-Massage, Schnuller, I climbed up the apple tree, all the apples fell on me, die Greifarmgiraffe, Gesicht eincremen, gewickelt werden, durch die Gegend getragen werden, in Papas Arm schlafen, wenn Papa schläft, auf dem Arm sein, an der Milchbar abhängen, gekuschelt werden, gekuschelt werden, gekuschelt werden, denn wie Leboyer sagt: „Wir müssen unsere Babys so nähren, dass sie wirklich satt werden, innen wie außen. … Wir müssen sie mit Wärme und Zärtlichkeit genug und mehr als genug füttern. Denn das brauchen sie, so sehr wie Milch.“ Und deshalb wird heute auch nicht lange gebloggt. Ich muss mein Baby kuscheln, das liebste und weicheste und kuscheligste und duftigste und schönste Wesen auf der Welt.. neben seinem Vater natürlich 🙂

Auf dem Weg zur guten Hausfrau!

Standard

Ja ich staune selbst ein bisschen. Gestern noch schimpfe ich über den frauenverachtenden Mytoys-Katalog und heute? Hm. Naja eigentlich schon seit ein paar Wochen und noch mehr in den letzten Tagen, da ich blogge und die Blogs anderer Mütter lese, entwickelt sich bei immer mehr Spaß am Mutter(da)sein. Und Muttersein bedeutet in der Stillzeit vor allem auch im wörtlichsten Sinne Hausfrau sein. Um Himmels willen. Bis vor einiger Zeit konnte ich meine Mutter, die ja immer schon behauptet, dies sei das Schönste überhaupt, so gar nicht verstehen. Die sogenannte Karriere einfach an den Nagel hängen und blöd zuhause sitzen. Pah, das war vielleicht früher so. Aber wir modernen emanzipierten Frauen, wir lassen uns doch nicht aus dem Berufsleben drängen. Wir studieren und arbeiten und werden Bundeskanzler. Dachte ich. Bis ich Mutter wurde. Jetzt mache ich eine ganz andere Erfahrung: Trotz aller begrüßenswerten Errungenschaften der Emanzipation (abgesehen vom Mytoys-Katalog), scheint da wohl doch etwas in unserer Natur zu liegen, das uns ein zufriedenes glückliches Gefühl gibt, wenn wir in der Höhle bleiben und unseren Nachwuchs umsorgen. Und ich glaube das ist gar nicht schlimm, sondern eigentlich richtig schön, wenn wir uns das endlich auch mal zugestehen.

Und zur Feier dieser Erkenntnis habe ich heute gebacken. Den Kuchen widme ich Svenja Walter (www.meinesvenja.de), die so eine kluge leidenschaftliche Mutter ist. Von ihr ist auch das Rezept. Ein Rezept ihrer Oma, das ich noch um die Apfelschneidetechnik meiner verstorbenen Oma gepimpt habe.